World Trade Center: Behutsame Suche nach Überbleibseln

Das World Trade Center im März 2001 ©Foto: Jeffmock
Das World Trade Center im März 2001 ©Foto: Jeffmock

Heute auf den Tag genau vor 14 Jahren ereigneten sich die Anschläge auf das World Trade Center in New York City. Annähernd 2750 Menschen verloren dabei ihr Leben. Zum Jahrestag begeben wir uns auf eine behutsame Suche nach Überbleibseln*.

1,6 Millionen Tonnen Schutt
Als im März 2001 eine der weltgrößten Mülldeponien im New Yorker Stadteil Staten Island geschlossen wurde, konnte niemand ahnen, dass sie nur ein knappes halbes Jahr später wieder eröffnet werden musste. Denn nach den Anschlägen auf das World Trace Center galt es zügig einen Platz zu finden, wohin die Trümmer gebracht werden konnten. Kurzerhand wurde also die Fresh Kills-Mülldeponie wieder in Betrieb genommen, wohin im Laufe der folgenden Monate um die 1,6 Millionen Tonnen Schutt – und menschliche Überreste – verfrachtet werden mussten. Diese stammten nicht nur vom World Trade Center, sondern auch von daran angrenzenden Gebäuden. Derzeit wird die ehemalige Mülldeponie in eine Parkanlage umgewandelt.

Menschliche Überreste
Die zwei Türme des World Trade Centers begruben fast 3000 Menschen, darunter viele Angestellte und Einsatzkräfte, unter sich. Doch auch in den benachbarten Gebäuden und der näheren Umgebung gab es zahlreiche Opfer zu beklagen. Nach den Anschlägen galt es nicht nur die Katastrophe zu begreifen, sondern auch das Gewirr aus Stahl-, Schutt- und Trümmerteilen zu sichten und zu deponieren. Ebenso wichtig war es auch, unzählige Fragmente menschlicher Leichenteile zu bergen und soweit wie möglich zu identifizieren. Bis zum heutigen Tag ist dies nur bei etwas mehr als der Hälfte der Verstorbenen gelungen. Noch vor zwei Jahren wurde der Fund weiterer, zum Teil winziger, menschlicher Partikel bei Ausgrabungsarbeiten der neuen WTC-Gebäude gemeldet.

Gedenkstätte im National September 11 Memorial & Museum
An der Stelle, an der bis September 2001 die World Trade Center-Türme standen, befindet sich heute das National September 11 Memorial & Museum. In der unterirdischen Mahn- und Museumsanlage sind unter anderem nicht nur Teile der Fassade, der Treppenanlage oder des Fundaments des WTC zu sehen. Eine letzte Ruhestätte haben hier auch Tausende von menschlichen Fragmenten gefunden, die auch mittels DNA-Untersuchungen nicht zugeordnet werden konnten.

Hangar 17 am JFK-Flughafen
In einem großen Hangar des John F. Kennedy-Flughafens in New York werden noch bis heute diverse Einzelstücke vom World Trace Center und seiner näheren Umgebung aufbewahrt. So sind in der öffentlich nicht zugänglichen Flugzeughalle neben verbogenen Stahlträgern auch eine Vielzahl beschädigter Einsatzfahrzeuge untergebracht. Darüber hinaus finden sich Einzelteile des World Trade Centers in aller Welt verstreut. Mit ihnen soll an die tragischen Ereignisse des Jahres 2001 erinnert werden.   

Die USS New York: Knapp 7 Tonnen Stahl vom WTC wurden eingearbeitet
Die USS New York: Knapp sieben Tonnen Stahl vom WTC wurden eingearbeitet ©Foto: Corey Lewis, U.S. Navy

Die USS New York
Die vielleicht bekannteste Nutzung von Überbleibseln des World Trade Center stellt die USS New York dar. Hier wurden knapp sieben Tonnen Stahl aus den Trümmern des World Trade Centers eingearbeitet. Bezeichnenderweise soll die USS New York im Kampf „gegen den Terror“ im Einsatz sein. 

Bleibende Erinnerung
Der 11. September 2001 hinterlässt mitnichten nur materielle Reste. Bei Familien, Freunden und Nahestehenden der Opfer haben die Anschläge unsichtbare Spuren hinterlassen. Das nahezu in allen Teilen der Welt live ausgestrahlte Ereignis hat sich zudem stark in die kollektive Erinnerung eingebrannt. Und – nicht zu vergessen – einige der Brandherde, die noch heute im Nahen Osten oder am Hindukusch schwelen, haben ihre zumindest partielle Ursache in den militärischen Interventionen, die auf die Anschläge folgten.

 

*Anm. d. Rdkt: Wir haben die hier verwendeten Zahlen/Informationen nach bestem Wissen geprüft und nur offizielle Quellen/Berichte bemüht, die im Laufe der vergangenen Jahre hierzu veröffentlicht wurden und als seriös eingestuft werden können sollten. Irrtümer und Fehler jedoch vorbehalten. 

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