Restkultur-Projekt des Monats [März 2015]: »Ein guter Tag hat 100 Punkte«

RSTKLTR_Projekt_desMonats_II Restkultur-Projekt des Monats 
Zahlreiche Engagierte haben den mühsamen Kampf gegen die Wegwerfgesellschaft aufgenommen oder befassen sich ganz einfach mit dem »Rest«. Wir haben uns für den Zeitraum von 15 Monaten regelmäßig auf die Suche nach ihnen begeben. Auf welche Schwierigkeiten stoßen die Initiatoren, welche Erfolge können erzielt werden und welche Erfahrungen machen sie dabei? Einen Monat lang haben wir Antworten und Konzepte entsprechender Akteure für sich sprechen und als »Restkultur-Projekt des Monats« in den Vordergrund treten lassen.
Alle bisherigen Restkultur-Projekte des Monats im Überblick:

 #7 | Restkultur-Projekt des Monats, März 2015:  

»Ein guter Tag hat 100 Punkte«

Betreiber/in: Kairos gGmbH (AT) und Integral Ruedi Baur (CH)
Typ: Website »Ein guter Tag hat 100 Punkte«
Seit: 2011
Schwerpunkt(e): Bewusstseinsbildung, Klimaschutz, Lebensstil
Selbstbeschreibung: 
Welcher Lebensstil tut uns gut? Und welcher Lebensstil ist verträglich, um die Welt und unser Klima auch in Zukunft im Gleichgewicht zu halten? 100 Punkte ist Dein tägliches Budget. Dahinter steht eine für alle Menschen verträgliche Lebensweise.

Unsere Ernährung, unser Konsum, unser Wohnen, Heizen, Stromverbrauch und unsere Mobilität kosten nicht nur Geld, sondern sind auch mit Auswirkungen auf unser Klima und unsere Umwelt verbunden. Und auch diese Auswirkungen müssen wir uns „leisten“ können.

Den Kern der Kampagne bilden die 100 Punkte, welche jenen Ausstoß an Treibhausgasen repräsentieren, (6,8 kg CO2-eq), den jeder Mensch jeden Tag verursachen dürfte, damit die Umwelt im Gleichgewicht bleibt. 100 Punkte sind somit das persönliche „Tagesbudget“ an Emissionen, das für alle Menschen ökologisch und sozial legitim erscheint. Viele Tätigkeiten und Dinge, die wir konsumieren, können in diesem Referenzrahmen mit „Kosten“ in Form von Punkten versehen werden.

Derzeit leben wir in Mitteleuropa weit über dem verträglichen Maß. Statt denn möglichen 100 Punkten brauchen wir im Schnitt 450 Punkte pro Tag. Wir leben über unsere Verhältnisse – nicht nur beim CO2Die Initiative „Ein guter Tag hat 100 Punkte“ versucht, Menschen mittels einem einfachen Punktesystem dazu anzuregen, den eigenen Lebensstil zukunftsfähiger zu gestalten. Die Themen Klimaschutz, globale Tragfähigkeit, globale Solidarität, Lebensstil und Lebenszufriedenheit werden miteinander in Verbindung gebracht und Zusammenhänge werden aufgezeigt.

Denn: Mehr konsumieren macht uns nicht glücklicher. Schneller und weiter unterwegs zu sein, senkt unsere Lebensqualität, macht krank und einsam.

Handlungsspielräume im eigenen Wirkungsbereich erkennen:

  • So wird schnell klar, dass eine lange Nutzungsdauer den täglichen Punkteverbrauch reduziert. Am Beispiel von Lederschuhen sieht das so aus: die Produktion von Lederschuhen ergibt 324 Punkte; bei einer Nutzung von 6 Monaten werden täglich 2 Punkte auf das persönliche Tagesbudget verrechnet. Bei einer Lebensdauer von 3 Jahren verringern sich die täglichen Punkte auf 0,3.
  • Auch ein Nutzen statt Besitzen wirkt sich positiv auf die Tagesbilanz aus: der Kauf eines Buches macht 6 Punkte. In einer Bibliothek entliehen, teilen sich die 6 Punkte auf die LeserInnen auf – und die Punkteanzahl geht gegen 0.
  • Ebenso wird schnell ersichtlich, dass im Bereich der Mobilität große Hebel bewegt werden können. So „kosten“ 5 km mit einem Kleinwagen 8 Punkte; die selbe Strecke mit einem SUV sogar 26 Punkte. Mit dem Fahrrad macht dieselbe Strecke 0 Punkte. Wer aber nicht auf’s Auto verzichten kann: Fahrgemeinschaften lohnen sich. Wenn der Kleinwagen mit 4 Personen voll besetzt ist, ergibt das lediglich 2 Punkte pro Person.
  • Und bei der Ernährung kann das so aussehen: 100 g Tomaten aus der Region, im beheizten Gewächshaus angebaut, macht 14 Punkte. Wenn die regionale Tomate auch noch saisonal ist – also ohne Heizung wächst – macht das lediglich 0,1 Punkte. Generell gilt für die Ernährung: Gemüse vor Fleisch- oder Milchprodukten. Und: Biologisch produzierte Nahrungsmittel schlagen nur mit etwa der Hälfte der Punkte zu Buche.

Sämtliche Punktewerte finden sich unter eingutertag.org

Das richtige Maß finden:

Es geht nicht darum, Verbote auszusprechen, Handlungsanleitungen zu geben oder ein Leben in Verzicht zu propagieren. Vielmehr geht es darum, ein Gefühl für das richtige Maß zu finden. Für sich und für die Umwelt. Und jedem selbst die Entscheidung zu überlassen, an welchen Hebeln angesetzt werden soll.

„Ein guter Tag hat 100 Punkte“ ist eine freie, gemeinschaftliche und selbstfinanzierte Initiative von Kairos Wirkungsforschung & Entwicklung gGmbH in Bregenz und Integral Ruedi Baur in Zürich. Alle sind eingeladen, sie zu nutzen und zu verbreiten – und sich auch an der Weiterentwicklung zu beteiligen. Hast Du Ideen für weitere Materialien, neue Anwendungen oder andere Dinge, die helfen können, den Ansatz von „Ein guter Tag hat 100 Punkte“ zu verbreiten, freuen wir uns, wenn Du uns kontaktierst.

eingutertag.org

100 Punkte? Dann war das ein guter Tag.
100 Punkte? Dann war’s ein guter Tag.

 

Wir bedanken uns bei „Ein guter Tag hat 100 Punkte“ für die Teilnahme!

Du hast selber ein interessantes Projekt oder kennst eine interessante Seite? Dann lass uns das einfach unter Mitmachen wissen! 

©Text/Abbildungen: Ein guter Tag hat 100 Punkte

 

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