»Sonntagsreden reichen nicht mehr«: Petition für Lebensmittel-Wegwerfstopp

Kampagnen-Logo "Leeretonne.de"
Eines der Kampagnen-Logos, die auf  leeretonne.de zum Dowload angeboten werden.

Mitmachen auf:  leeretonne.de
[07|15] Frankreich1 hat es vorgemacht – Deutschland soll bald folgen. Darauf zumindest hoffen die Organisatoren der Kampagne »Leere Tonne«, die vor einigen Tagen ins Leben gerufen worden ist. Mit einer Petition, die sich an die Fraktionsvorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien richtet, treten sie für ein Gesetz ein, das den Super­märk­ten das Weg­wer­fen ess­ba­rer Lebensmittel ver­bie­ten soll. Wer »Leere Tonne« nicht nur mit einer Unterschrift unterstützen möchte, kann außerdem auch eigene Aktionen ins Leben rufen.

Petition und Mitmachaktion »Leere Tonne«
Die Zahlen sprechen für sich: Annähernd 20 Millionen Tonnen Lebensmittel landen jährlich in deutschen Mülltonnen, obwohl sie wohlgemerkt noch genießbar wären. »Sonntagsreden – und auch die vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) ins Leben gerufene Kampagne Zu gut für die Tonne! reichen nicht mehr«, zeigen sich die Initiatoren von »Leere Tonne« überzeugt. Schließlich stehen viele der Abfallcontainer nicht nur in privaten Haushalten, sondern eben auch auf dem Betriebsgelände zahlreicher Supermärkte und des Großhandels. Daher soll eine Petition, die sich an die Fraktionsvorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien richtet, zu einem Gesetz führen, das den Super­märk­ten das Weg­wer­fen essbarer Lebensmittel ähnlich wie in Frankreich ver­bie­tet. [Petition unterschreiben]

Mit »Leere Tonne« wenden sich der  Foodsharing-Aktivist Raphael Fellmer und der Filmemacher Valentin Thurn, die die Aktion ins Leben gerufen haben, aber nicht nur an die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft. Unter leeretonne.de/aktionstipps geben sie Verbrauchern auch zahlreiche Anregungen und Tipps, um beispielsweise den Gemüse-Aufstand zu proben oder ein Pro­test­bal­lett mit Einkaufswagen in Supermärkten aufzuführen*. Unter dem Hashtag #leere­tonne können Fotos und Beiträge zu diesen Protestaktionen in den sozialen Medien veröffentlicht und geteilt werden. Um »Leere Tonne« eine möglichst breite Resonanz zu verleihen, sind außerdem Sticker* und das Kampagnenlogo zum Downloaden oder zum Einbinden in der E-Mail-Signatur oder auf Websites erhältlich. [hier downloaden/bestellen] Getragen wird »Leere Tonne« derzeit von Aktion Agrar, Foodsharing und Slow Food Youth Deutschland – weitere TrägerInnen sind willkommen.

* Natür­lich empfehlen die Initiatoren nicht, diese Auf­kle­ber direkt auf Früchte in Ver­kaufs­aus­la­gen, an Ein­kaufs­wa­gen oder auf Wer­be­pro­spek­ten in Supermärkten anzubringen und weisen außerdem hin, dass Ein­kaufs­wa­gen Eigen­tum der Märkte und nicht als Demonstrations-Mittel aus­ge­bil­det sind

1Belgien und Frankreich als Vorbilder?
In Teilen Belgiens wurde schon vor einem Jahr versucht, der Lebensmittelverschwendung einen Riegel vorzuschieben: Supermärkten drohen dort hohe Strafen oder sogar die Schließung, wenn sie überschüssige Lebensmittel nicht an karitative Einrichtungen weitergeben. Eine ähnliche Initiative hat das französische Parlament Ende Mai 2015 auf den Weg gebracht: Supermärkte über 400 qm Verkaufsfläche müssen Überschüssiges spenden oder alternativ zu Tierfutter oder Kompost weiterverarbeiten lassen. Ob damit mehr als nur Zeichen gegen die Verschwendung gesetzt werden, bleibt allerdings abzuwarten. Denn: Untersuchungen zu Folge fallen in Frankreich nur knapp 5 % der vergeudeten Nahrungsmittel in eben diesen Supermärkten an.
ME für magazin-restkultur.de | © Magazin für Restkultur 2015

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