Fotoprojekt: »Der verpackte Mensch«

Crowdfundig-Kampagne bis zum 15. Mai 2015

©»Der Verpackte Mensch« (50mm – Kontor für Projektfotografie, Berlin 2015) zeigt Menschen vor ihrem in vier Wochen gesammelten Umverpackungs-Müll. Wir danken den Fotografen, dass sie der Veröffentlichung der Aufnahmen im Rahmen dieses Beitrages zugestimmt haben.

Sechs Einzelpersonen, die Mitglieder zweier Familien sowie die Bewohner einer WG und ein Paar haben sich bereit erklärt, vier Wochen lang ihren Verpackungs-Müll zu sammeln – und sich dann davon umgeben, fotografieren lassen. Der verpackte Mensch hat der Fotografenverbund »Kontor für Fotografie 50 mm« eine daraus entstandene Fotoreihe benannt. Ziel sei es, »Menschen zum Nachdenken anzuregen, ob ein Joghurt im recycelbaren Glas nicht eher als der Plastikbecher gekauft werden sollte. Kaufe ich lose Tomaten und produziere dadurch gar keinen Müll oder wähle ich die Tomaten in der Plastikschale, die direkt in den Müll wandert?«

Zur Finanzierung einer Wanderausstellung in mehreren Deutschen Städten und in Österreich bittet das Berliner Kollektiv noch bis zum 15. Mai 2015 mit einer Crowdfunding-Kampagne um Unterstützung:

Das leidige Thema Verpackungsmüll
Aus der Sicht von Verpackungsherstellern, produzierenden Unternehmen, Logistikern und nicht zuletzt auch des Handels, erfüllen Verpackungen gleich mehrfach ihren Zweck: Sie tragen sowohl dazu bei, dass Produkte weitestgehend1 sicher transportiert werden und – einmal im Supermarktregal – bestimmte Produktbotschaften und -nutzen den zukünftigen Käufern nahegebracht werden. Das ist die eine Seite der Verpackung. Für Endverbraucher erweisen sich Verpackungen in der Regel aber einfach nur als lästige Reste, die es Zuhause – nach nur einmaligem Gebrauch – wieder zu entsorgen gilt. Erkannt haben zwar schon einige Supermarktbetreiber, dass verpackungsfreies Einkaufen möglich und erwünscht ist – der Durchschnittskunde dürfte aber (noch) kaum die Wahl haben. Nachdenklich stimmen aber nicht nur die täglich in unzähligen deutschen Haushalten anfallenden Verpackungsberge. Die Recycling- und Wiederverwertungsquote fällt allen Bemühungen zum Trotz weiterhin vernichtend aus: Mehr als 50 Prozent aller weggeschmissenen Plastikabfälle beispielsweise werden verbrannt und mitnichten wiederverwertet*. Dazu summieren lassen sich die Herstellungskosten sowie der Verbrauch endlicher Ressourcen.

1(Einweg)-Verpackungen stehen aber auch aus einem anderen Grund in der Kritik: Einer im Jahr 2013 vorgestellten Studie der Stiftung Mehrweg zufolge werden Einwegverpackungen 30 Mal häufiger als ihre Mehrwegpendants beschädigt, was unter anderem zu einer Erhöhung der Lebensmittelverschwendung führt. Darüber hinaus wird die Haltbarkeit von Obst und Gemüse in Plastikumverpackungen tendenziell verringert. 


*Siehe zum Beispiel Artikel in der Süddeutschen Zeitung: Wettkampf um den Müll, September 2014

©Fotos: Kontor für Fotografie 50 mm

ME für magazin-restkultur.de | © Magazin für Restkultur 2015
Verpackungsfrei Einkaufen – Bisherige Beiträge auf Magazin für Restkultur:

 

Der Rest – in anderen Medien

29.03.19

»iFixit: AirPods 2 bleiben "Wegwerfartikel"«

»In Hinblick auf Reparierbarkeit hat sich bei Apples kabellosen Ohrhörern nichts verbessert, beklagt iFixit.«

23.03.19

»Benzin aus Plastikbechern«

»Aus Müll wie Trinkbechern wollen Austrian Airlines und eine österreichische Mineralölgesellschaft Rohöl gewinnen.«

21.02.19

Recycling-Medaillen

Über die japanische Initiave, aus Handys Edelmetalle für die Medaillen der Olympischen Spiele 2020 zu gewinen, spricht die »Kinderzeit«.

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