FoodFighters

©Foto: Mit freundlicher Genehmigung Michael Schieferstein (sowohl die Eltern der Kinder als auch die Kinder selbst haben ihre Einwilligung zur Veröffentlichung dieses Fotos erteilt)

 Im Gespräch mit dem FoodFighter Michael Schieferstein 
Was Hänschen nicht lernt …

Ob wir Lebensmitteln zukünftig eine höhere Wertschätzung entgegenbringen, hängt nicht zuletzt davon ab, wie und ob es uns gelingt, kommende Generationen davon zu überzeugen, dass Nahrung keinesfalls zum Rest erklärt werden darf. Dieser Überzeugung ist nicht zuletzt auch Michael Schieferstein, der schon seit zwei Jahrzehnten der Lebensmittelverschwendung den Kampf ansagt und vor zwei Jahren die Initiative FoodFighters ins Leben gerufen hat. Der gelernte Koch und Küchenmeister aus Mainz weiß nicht nur aus eigener beruflicher Erfahrung, wie hoch der Anteil an Lebensmitteln ist, die unverbraucht in der Gastronomie in den Müll landet. Mit seinem Projekt »ABC der Lebensmittelwertschätzung« setzt er sich darüber hinaus an Schulen auch dafür ein, dass Kinder und Jugendliche für das Thema sensibilisiert werden. Wir haben mit ihm gesprochen und ihn gebeten, spontan zehn Sätze rund um seine Projekte zu vervollständigen:

1. Die FoodFighters kämpfen gegen …

… die grassierende Lebensmittelverschwendung.

2. Lebensmittel sind keine Reste, weil …

… sie auf jeden Fall ein Gut sind, das in der Natur gewachsen und dementsprechend respekt- und würdevoll behandelt werden sollten.

3. Die Grundprinzipien des »ABCs der Lebensmittelwertschätzung« sind …

… Essen mit Liebe zu genießen, mit Leidenschaft zu essen und Brot als das Höchste Gut zu respektieren, das uns gegeben ist.

4. Das »ABC der Lebensmittelwertschätzung« gehört in die Lehrpläne, weil ...

… wir dort das Elend der Lebensmittelverschwendung an der Wurzel packen können.

5. Bei meinen Projekten kommen Lebensmittel zum Einsatz, die …
… aus nachhaltigem Anbau stammen.

6. Kinder kochen gar nicht so gerne, es sei denn …

… man nimmt sich die Zeit, den  Kindern zu vermitteln, wie wichtig gesunde Ernährung ist und auch die Zeit, das gemeinsam zubereitete Essen auch gemeinsam einzunehmen.

7. Mein größter Erfolg als FoodFighter war bisher …

… dass ich ganz alleine eine Kochshow in Wiesbaden geleitet habe, bei der ich aus knapp 1.000 Kilogramm Lebensmittel, die ich aus Großhandel, Industrie und Gastronomie gerettet hatte, für mehr als 3.000 Menschen Essen zubereiten konnte.

8. Erwachsene können von Kindern aus meinen Kochkursen lernen, dass …

… mit Industrieware zu kochen nicht nur ungesünder ist, sondern auch nicht so gut schmeckt wie frisch zubereitete Speisen und dass es viel mehr Spaß macht, gemeinsam zu kochen und anschließend zusammen zu essen.

9. Widerstände gegenüber meiner Arbeit erkenne ich bei ...

… der Industrie, dem Handel, der Agrarwirtschaft und auch der Politik.

10. Die Politik könnte mehr tun und zwar ...

… damit anzufangen, die Verbraucher besser aufzuklären und dem Handel Grenzen bei der Vermarktung von Lebensmitteln zu setzen.

Wir danken Michael Schieferstein nicht nur für die spontanen Antworten, sondern auch dafür, dass er uns ein Exemplar seines Buches »Projekt Globaler Wegwerf-Wahnsinn« für unsere Mitmachaktion Du verschwendest keine Lebensmittel? Sag uns wie! zur Verfügung stellt.

Zur Person

 

ME für magazin-restkultur.de | © Magazin für Restkultur 2014

 

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