Das gibt der Varroamilbe den Rest.

[05|15] Wir behandeln heute ein Thema, das (wohlgemerkt nur vordergründig) keinerlei Bezug zu Resten zu haben scheint. Denn: Im Zuge unseres Schwerpunktthemas »Lebensmittelverschwendung« wird immer wieder deutlich, dass es sehr wohl einen gewissen Zusammenhang zwischen Lebensmittelverschwendung und mangelnder Wertschätzung für Nahrungsmittel gibt. Letztere wiederum resultiert ja mitunter aus dem fehlenden Bezug zur Herkunft dessen, was in den Supermarktregalen zu finden ist und schließlich auf unseren Tellern landet. Aufmerksam machen wollen wir daher auf die Bedeutung von Bienen, auf die Bedrohung durch einen gefrässigen Schädling – und auf eine Möglichkeit, diesen auf schonende Art unschädlich zu machen.

 

Vom Bienensterben und der Varroamilbe
Die Varroamilbe stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum, hat sich aber seit den 1950er Jahren rasch über den gesamten Globus ausgebreitet. Der Parasit befällt die Bienen noch im Raupenstadion und saugt nicht nur ihr Blut aus und schwächt sie dadurch. Er ist auch überträger schädigender Viren, was im schlimmsten Fall das Aussterben ganzer Bienenvölker zur Folge haben kann. Das Bienenvolk fällt so für die Bestäubung von Fruchtbäumen, Blumen und Beeren aus – Lebensmittelerträge sind gefährdet und gehen zurück. Ist ein Bienenvolk von den knapp 1 Millimeter großen Milben erst befallen, hilft bislang nur eines: Gift oder Säure. Die häufig zum Einsatz kommende Ameisensäure tötet zwar die Milben ab, schwächt aber zusätzlich die betroffenen (und nicht betroffenen) Insekten. Vor diesem Problem stand auch Dipl.-Ing. Richard Rossa vor einigen Jahren. Der Ingenieur für Regelungs- und Verfahrenstechnik, der außerdem auch Imker ist, musste mit ansehen, wie ihm ein Bienenvolk durch Säurebehandlung einging. Alternativen mussten her. Doch diese waren nicht zu finden, weshalb er kurzum selbst ein Gerät entwickelte: Die »Bienen-Sauna«. 


Die »Bienen-Sauna«

Schon lange ist bekannt, dass die Varroamilbe auf Temperaturen von über 39º Grad Celsius empfindlich reagiert – und dann abstirbt. Bienen hingegen verkraften problemlos bis zu 45º Grad, weshalb befallene Bienenvölker schon länger mit Wärme, also Hyperthermie, behandelt werden. Das bislang angewandte Verfahren erweist sich allerdings als umständlich, da die Bienen in eigens dafür eingerichtete Gerätschaften verbracht werden müssen. Richard Rossa erklärt das in seinen Augen wesentlich einfachere Verfahren so: »Mit der von uns entwickelten ›Bienen-Sauna‹ kann der Imker direkt vor Ort binnen zwei Stunden die Varroamilbe unschädlich machen.« Dafür bedürfe es lediglich eines Untersatzes, der zweimal jährlich unter die Bienenstöcke geschoben werden müsse. Er zeigt sich aber auch davon begeistert davon, dass die Bienen nicht nur den lästigen Parasiten loswerden, sondern durch die zweistündige Saunabehandlung auch gestärkt werden würden. Nach einem erfolgreichen Crowdfunding, startet dieses Jahr der größte Feldversuch für Wärmebehandlung in Deutschland. Wissenschaftlich wird es von Bieneninstituten begleitet.


Auf Deutschlandtour

Um auf das Prinzip der Bienen-Sauna aufmerksam zu machen, lädt das Team rund um Richard Rossa Imker und Bienenfreunde zu ihrer Frühjahrstour ein: „Wir werden 35 Tage mit dem Wohnmobil quer durch Deutschland touren und an 32 verschiedenen Orten Bienen-Sauna-Behandlungen durchführen. Interessierte ImkerInnen können an den Vorführungen teilnehmen!“


Das Prinzip der »Bienen-Sauna«

Wir retten Bienen
Weitere Informationen rund um die »Bienen-Sauna« unter bienensauna.de. Alle Termine, Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung zur Frühjahrstour unter:
bienensauna.de/vorfuehrungen/

©Design-Skizzen: Agentur Lunar – bienensauna.de

ME für magazin-restkultur.de | © Magazin für Restkultur 2015

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