Wir schwören! Der Cradle to Cradle-Milk-Tumbler

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Wir schwören!

Und zwar, dass wir diese und andere Geschichten, die uns auf der Plattform futurzwei.org begegnen, auch auf magazin-restkultur.de weitererzählen. „Futur-Was?“ FUTURZWEI ist eine gemeinnützige Stiftung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Projekte zu unterstützen, die für eine zukunftsfähige Gesellschaft einstehen – und nicht wenige davon greifen auch den kreativen Umgang mit Resten auf. Warum wir übrigens schwören, erfährst Du, wenn Du futurzwei.org besuchst.
Der Milk-Tumbler: Produktdesign-Agentur Mutter, Hamburg

RSTKLR_Milk-Tumbler[07|14] Von der Wiege bis zum Tumbler: Die Geschichte vom Milk-Tumbler begann im Grunde genommen schon im Jahr 2007 – also bereits vier Jahre bevor der Inhaber der Produktdesign-Agentur Mutter Carsten Buck ins Gespräch mit seinem zukünftigen Auftraggeber kam. Buck beschäftigte sich zu diesem Zeitpunkt nämlich mit dem Buch „Die nächste industrielle Revolution“ (besser bekannt als Cradle to Cradle = von der Wiege bis zur Wiege). Das Autoren-Paar Braungart/McDonough beschreibt darin einen völlig neuen Weg bei der Herstellung und anschließenden Wieder- und Weiterverwertung von Produkten (siehe auch: Magazin für Restkultur im Gespräch mit Michael Braungart). Müll im herkömmlichen Sinne gibt es bei der Cradle to Cradle-Fertigung nämlich gar nicht, sondern nur Nährstoffe in einem unerschöpflichen Kreislauf. An dieses Prinzip fühlte sich also der Produktdesigner erinnert, als ihn De Öko Melkburen (ein norddeutscher Öko-Molkerei-Verband) 2011 beauftragten, eine neuartige Milchtüte zu kreieren. Diese sollte nicht nur die Milch frisch halten, sondern darüber hinaus für den ökologischen Anspruch des Verbands stehen. Etwas mehr als ein Jahr dauerte es schließlich, bis das Team um Carsten Buck einen ersten Entwurf nach dem Cradle to Cradle-Prinzip präsentieren konnte: Hergestellt werden soll der Milk-Tumbler (Tumbler = Rüttler) aus dem Bio-Rohkunststoff PLA, einem Abfallprodukt bei der Käseherstellung. Der Tumbler kann nach Gebrauch beliebig oft und ohne Qualitätsverlust eingeschmolzen und wiederverwertet werden. Die Gestaltung hat es auch in anderer Hinsicht in sich: Der abgerundete Boden sorgt dafür, dass die homogenisierte Milch in ständiger Bewegung gehalten, also gerüttelt wird. Das Konzept greift sogar noch weiter: Für die Vermarktung der ausschließlich im regionalen Umland (max. 50 Kilometer Anfahrtsweg) produzierten Milch ist ein weit gefasstes Logistik- und Vertriebsnetz geplant. Umfunktionierte Litfaßsäulen dienen dann als Austauschpunkte, alternativ dazu werden die Tumbler aber auch mit Lastenfahrrädern an die Abnehmer geliefert. Kutschiert werden sie dann – und damit schließt sich der Nachhaltigkeitskreis – von vom Arbeitsmarkt vernachlässigten Arbeitskräften.

mutter.de // futurzwei.org

© Foto: Mutter

ME für magazin-restkultur.de | © Magazin für Restkultur 2014

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