War »Twitter« mal … eine Zoohandlung?

Wurden bei Twitter früher Tiere verkauft? Wer weiß … ©Alle Fotos dieses Beitrags mit freundlicher Genehmigung Andrei Lacatusu

Der rumänische 3D-Designer Andrei Lacatusu beherrscht offensichtlich nicht nur im Hier und Heute sein Handwerk. Er wagt auch einen ironisch-mutigen Blick auf mögliche zukünftige »Restbestände«, die heute (noch) kaum denkbar scheinen. Dafür bedient er sich passenderweise einer Bildsprache, die Erinnerungen an die späten 1960er Jahre in den USA weckt …

Allgegenwart der Konzerne
Amerikanische Social Media-Dienste und Internetkonzerne wie Facebook, Google oder Twitter sind heute allgegenwärtig. Für viele Menschen ist es schlicht unvorstellbar, eine Gegenwart zu denken, in der diese nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Dabei sind die Unternehmen ja noch verhältnismäßig jung. Facebook beispielsweise bietet seine Dienste erst seit 2004 an. Selbst Google kann erst auf eine knapp 20jährige Geschichte zurückblicken. Und ja, es gab sogar mal eine Zeit, in der »twittern« vorrangig mit dem von Vögeln ausgestoßenen Lauten in Verbindung gebracht wurde. Daher stellt sich nicht nur Kritikern der digitalen »Datenkraken« die Frage: Könnte und wird es nicht auch eine Zukunft geben, in der die Bedeutung der heute omnipräsenten Internetgiganten einschrumpft? Der rumänische 3D-Designer Andrei Lacatusu versucht sich mit einer Antwort und wagt einen Ausblick in eine Zukunft, die sich heute niemand vorstellen mag. Oder etwa doch?

Eine Frage der Perspektive
Vielleicht ist alles aber auch nur eine Frage der Perspektive. Schließlich gehen die Nutzerzahlen bestimmter sozialer Medien bei den jüngeren Zielgruppen schon heute immer weiter zurück. Für nicht wenige Jugendliche (und manchen jung gebliebenen) gehören Facebook, Twitter und Co. schon heute zum »alten Eisen«. So besehen, spiegeln die Bildwelten, in die Lacatusu den Betrachter entführt, nicht nur die Zukunft, sondern gleichermaßen auch die Gegenwart wider. Ins völlig Übersteigerte gerät dieser Vorwärtsblick zusätzlich dadurch, dass sich der Designer einer Bild- und Gestaltungssprache bedient, die Erinnerungen an die späten 1960er Jahre in den Vereinigten Staaten weckt. Es scheint vorstellbar, dass sich nur einige der fiktiven Passanten noch daran erinnern werden, welche Geschäftsart sich hinter den jeweiligen Schriftzügen verbergen mag. War »Twitter« eine Zoohandlung, deren Fassade schon bessere Zeiten gesehen hatte? Welche Bekanntschaften ließen sich in einer  Bar namens »Facebook« knüpfen, die schon seit Jahrzehnten verlassen scheint? Und: was mag wohl aus den Malern und Lackierern bei »Pinterest« geworden sein …?

 

ME für magazin-restkultur.de | © Magazin für Restkultur 2018

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