Plastikmüll im Meer: »Kunst-Stoff«, der nachdenklich macht

Fast könnten die diesen Beitrag illustrierenden »Washed-Ashore« (=an die Küste gespült)-Tierfiguren ja vergessen lassen, dass deren Urheber den Finger in eine Wunde unserer Zeit zu legen versuchen. Unter rein ästhetischen Gesichtspunkten empfindet der Betrachter zwar höchstenfalls einen gewissen Widerwillen in Anbetracht der bunt-schimmernden Plastikhaufen. Doch ausdrucksstark und faszinierend wirken die aufeinander geschichteten und miteinander verschraubten Kunststoffteile allemal, die mal einen Hai, eine Robbe oder eine Riesenkrake formen. Was unter anderem daran liegen mag, dass die Ideengeberin Angela Haseltine Pozzi schon seit mehr als 30 Jahren künstlerisch tätig ist. Sie war es, die zusammen mit dem »The Artula Institute for Arts & Environmental Education« in Bandon (Oregon) vor einiger Zeit das »Washed-Ashore«-Projekt ins Leben rief. Herausgekommen ist eine Serie von überlebensgroßen »Plastiken«, die nun hauptsächlich in zoologischen Gärten und Tierparks auf US-Tour gehen. Dort – und damit zurück zur gestalterischen Kehrseite des Projekts – sollen die Besucher auf die enorme Herausforderung von Plastikmüll in den Meeren aufmerksam gemacht und sensibilisiert werden. Denn: Für die Fertigung der Exponate kommen (sieht man vom Stahlskelett ab) an die Küste von Bandon und Umgebung gespülte Plastik- und Müllfragmente zum Einsatz. Zum Nachdenken über unser Konsum- und Wegwerfverhalten regen die »Washed Ashore«-Artefakte unter Umständen nicht nur die Besucher an: an deren Bau haben sich schließlich zahlreiche Freiwillige beteiligt, die geholfen haben, die Einzelteile aufzulesen, zu reinigen und zu sortieren, um sie dann, passend zugeschnitten, zu montieren.

@Fotos: Mit freundlicher Genehmigung Washed Ashore

(*Quelle: Deutsches Bundesumweltamt, Stand: 2013)

ME für magazin-restkultur.de | © Magazin für Restkultur 2015

 

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