Das besondere Fotoprojekt: Sieben Tage Müll – hautnah

Fotostrecke, die auf die Tag für Tag anfallende Menge Müll aufmerksam macht

[07|14] Der kalifornische Fotograf Gregg Segal sagt von sich selbst, dass er kein Umweltaktivist sei. Zu der Fotoserie „Sieben Tage Müll“ habe er sich aber entschlossen, weil ihn die immense Menge an Abfall*, die in amerikanischen Haushalten (und natürlich nicht nur dort!) Woche für Woche anfällt, ziemlich betroffen mache.

Das Müllproblem 
Für das »7 day garbage«-Projekt bat Segal Freunde, Bekannte und Familienmitglieder den Müll zu sammeln, den sie während einer Woche hinterließen – um sie schließlich, davon umgeben, abzulichten. Doch auch der Fotograf selbst und seine Familie nahmen in ihren eigenen Verpackungsabfällen Platz. Aufmerksam machen möchte Segal mit dieser Arbeit auf die Tag für Tag anfallende Menge Müll, unter der wir (nicht nur bildlich) förmlich begraben werden. „Vielleicht ändern meine Bilder nichts“, sagt er, „aber sie halten uns den Spiegel unseres Konsumverhaltens vor.“ Niemand könne schließlich etwas dafür, dass eine Vielzahl von Produkten mit einer Menge Umverpackung daher käme. Aber: Bei der Zusammenstellung unseres Einkaufs hätten wir sehr wohl die Wahl. Einige seiner Models, so der Fotograf, hätten sich im Anschluss an die Aufnahmen und dem Prozess des Müllsammelns davon überzeugt gezeigt, dass man etwas ändern müsse. Was nicht verwundert. Denn mit einem einfachen Trick macht es der Fotograf dem Betrachter schwer, sich des unliebsamen Problems zu entledigen: Wir spüren förmlich unsere Hinterlassenschaften beim Anblick seiner Fotografien – hautnah.

* Knapp 12,7 Kilogramm Müll in der Woche hinterlässt der Durchschnittsamerikaner – das ist unwesentlich mehr als die Menge, die in deutschen Haushalten anfällt und die sich auf insgesamt 611 Kilogramm pro Jahr und Kopf (= 11,75 Kilogramm) summiert (Quelle: Eurostat)

©Fotos: Mit freundlicher Genehmigung Gregg Segal

ME für magazin-restkultur.de | © Magazin für Restkultur 2014

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