Restkultur-Projekt des Monats [April 2015]: »altkleiderspenden.de«

Ein rotes Kreuz bedeutet nicht immer, dass das DRK dahintersteckt ...
Ein rotes Kreuz bedeutet nicht immer, dass das DRK dahintersteckt ...
RSTKLTR_Projekt_desMonats_II Restkultur-Projekt des Monats 
Zahlreiche Engagierte haben den mühsamen Kampf gegen die Wegwerfgesellschaft aufgenommen oder befassen sich ganz einfach mit dem »Rest«. Wir haben uns für den Zeitraum von 15 Monaten regelmäßig auf die Suche nach ihnen begeben. Auf welche Schwierigkeiten stoßen die Initiatoren, welche Erfolge können erzielt werden und welche Erfahrungen machen sie dabei? Einen Monat lang haben wir Antworten und Konzepte entsprechender Akteure für sich sprechen und als »Restkultur-Projekt des Monats« in den Vordergrund treten lassen.
Alle bisherigen Restkultur-Projekte des Monats im Überblick:

 #8 | Restkultur-Projekt des Monats, April 2015:  

»altkleiderspenden.de«

Betreiber/in: Amos Groth, Tobias Ebert (Köln)
Typ: Website/Blog »altkleiderspenden.de«
Seit: 2012
Schwerpunkt(e): Bewusstseinsbildung, Aufklärung

Selbstbeschreibung: 

Tobias Ebert und Amos Groth von altkleiderspenden.de
Tobias Ebert und Amos Groth von altkleiderspenden.de

In Deutschland werden jährlich etwa 750.000 Tonnen Altkleider entsorgt. Doch was passiert eigentlich mit den alten Klamotten? Ist eine Altkleiderspende sinnvoll und worauf sollte ich dabei achten?

Kleidung ist für viele Menschen längst mehr als nur Schutz vor Wind und Wetter. Nicht wenige haben das Bedürfnis, sich stil- und trendsicher durch den Alltag zu bewegen. Große Modeketten machen es uns einfach, regelmäßig unsere Garderobe zu wechseln und trotzdem nicht arm dabei zu werden. Kleidung ist mitunter zu einem Wegwerfprodukt geworden. Auf unserer Plattform finden Menschen schnell und unkompliziert eine (legale) Abgabestelle für Altkleider in ihrer Nähe. Ziel ist es, eine deutschlandweite Übersicht ausschließlich legaler Altkleidercontainer und Kleiderkammern seriöser Sammelorganisationen zu erstellen. In unserem Blog berichten wir außerdem offen und unabhängig über die Verwertung von Altkleidern, die Verteilung der Gewinne aus der Altkleidersammlung und wie Altkleiderimporte die Textilwirtschaft in Afrika und Asien beeinflussen. Dabei zielt unsere Seite auch darauf ab, das Bewusstsein für den nachhaltigen Konsum, die nachhaltige Entsorgung und Wiederverwertung von Bekleidung zu schärfen.

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Ein rotes Kreuz bedeutet nicht immer, dass das DRK dahintersteckt

Vorsicht vor illegalen Altkleidercontainern!
Es ist ein Mythos, dass gespendete Altkleider größtenteils direkt und kostenlos an Hilfsbedürftige verteilt werden. Dafür ist das Aufkommen an Alttextilien zu groß und die Anforderungen an Kleidung für Hilfsbedürftige zu speziell. Vielmehr dienen die Erlöse aus den Verkäufen der Altkleider karitativen Einrichtungen wie dem Deutschen Roten Kreuz als Einnahmequelle für die Realisierung ihrer Hilfsprojekte. Dubiose Sammler drücken allerdings oftmals auf die Tränendrüse a la „Baby Nothilfe“, gestalten ihre Container im karitativen Look und geben meist keine Kontaktdaten an. Ebenso sollte man bei Straßensammlungen darauf achten, dass diese von einer vertrauenswürdigen Organisation durchgeführt werden. Auf Altkleiderspenden.de versuchen wir darauf aufmerksam zu machen und die Machenschaften illegaler Sammler aufzudecken.

Altkleider werden global gehandelt - hier die Exportwege aus Deutschland
Altkleider werden global gehandelt – hier die Exportwege aus Deutschland

Den Weg der Altkleider ausleuchten
Nachdem die Altkleider in den Container geworfen wurden, beginnt für sie eine lange Reise. Verwertungsunternehmen kümmern sich um die Abholung der Alttextilien, teilen diese in Sortierbetrieben von Hand in unterschiedliche Qualitätsklassen auf und verpacken sie für den Transport. Je nach Qualität wird die Kleidung dann in unterschiedliche Regionen (Afrika, Osteuropa, Asien) verschifft und dort an Großhändler verkauft. Über Zwischenhändler landen die Altkleider am Ende auf Second-Hand-Märkten und letztlich in den Kleiderschränken der jeweiligen Bevölkerung. Über diese und andere Verwertungswege sprechen wir offen – und wenn es sein muss, auch kritisch.

Herstellung von Kleidung ist Aufwändig
Wo und unter welchen Bedingungen Bekleidung teilweise hergestellt wird, ist bereits des Öfteren diskutiert worden. Doch für die Herstellung von Textilien werden ebenfalls kostbare Rohstoffe benötigt. Allein für die Produktion eines einzigen T-Shirts sind bis zu 20.000 Liter Trinkwasser notwendig. Für die Produktion von Baumwolle werden außerdem etwa 25 % der weltweit gehandelten Insektizide und etwa 11 % der Pestizide eingesetzt. Deshalb ist es wichtig, ein Bewusstsein für den Wert von alten Kleidungsstücken zu schaffen.

Mehr über legale Abgabemöglichkeiten und über die Organisationen erfahren, die man unterstützt
Mehr über legale Abgabemöglichkeiten und über die Organisationen erfahren, die man unterstützt

Altkleiderspenden sind aber auch sinnvoll
Wirft man seine alten Kleider in den Müll, kommen sie in die Müllverbrennungsanlage und die kostbaren Ressourcen werden verheizt. Der Einwurf in den Altkleidercontainer oder die Abgabe in einer Kleiderkammer sind nachhaltigere Alternativen, da knapp 90% der gespendeten Textilien wiederverwertet werden können. Etwa die Hälfte der gespendeten Altkleider können – so wie sie sind – als Second-Hand weiter getragen werden. Ein Viertel können noch als Putzlappen, durch Faserrückgewinnung können etwa 20 %  z. B. als Rohstoff für Dämm- und Isolierstoffe verwendet werden.

altkleiderspenden.de

Wir bedanken uns bei Tobias und Amos von altkleiderspenden.de für die Teilnahme!

Du hast selber ein interessantes Projekt oder kennst eine interessante Seite? Dann lass uns das einfach unter Mitmachen wissen! 

©Text/Abbildungen: Tobias Ebert/Amos Groth

 

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