»Kill Me Or Change« – 30.000 Fragen hängen in der Luft

Fünf Fragen an … Chin Chih Yang (Künstler)

»Kill Me or Change« –Performance by Chin Chih Yang

Fünf Fragen an Chin Chih Yang | Five questions to Chin Chih Yang
Knapp 30.000 gebrauchte Aluminiumdosen lässt Chin Chih Yang bei seiner öffentlichen Performance »Kill Me Or Change« über sich niederregnen. Wir wollten mehr über die Hintergründe dieser Aktion erfahren und haben den taiwanesisch-amerikanischen Künstler unter anderem gefragt, wie es sich anfühlt, unter dieser Menge von Aluminiumschrott begraben zu werden. Nearly 30,000 used aluminum cans let Chin Chih Yang rain down on itself at his public performance »Kill Me Or Change«. We wanted to know more about the background of this action and have asked the Taiwanese-American artist, among other things, what it feels like to be buried under this amount of aluminum scrap.

 

1. Herr Yang, Was ist die Idee hinter »Kill Me Or Change«?
»Kill Me Or Change« ist eine Antwort auf modernes Konsumverhalten und den Schäden, die es verursacht. Bei der Performance geht es darum, 30.000 an einem Kran befestigte Dosen, auf mich herabfallen zu lassen. Es is ja einzig die moderne Welt, die Welt in der wir leben, die Müll verursacht. Ich möchte die Zuschauer dazu bringen, darüber nachzudenken; meine Kunst soll gewissermaßen eine Frage sein, die – vielleicht bedrohlich – in der Luft hängt. »Kill Me Or Change« ist natürlich bewusst bizarr inszeniert. Ich denke, dass das Werk humorvoll-vergnüglich, wenngleich auch düster ist. Wie andere meiner Arbeiten ist es auf Interaktivität ausgelegt und soll eine Reaktion erzeugen. Es ist nichts worüber Menschen bewusst nachdenken, aber was sie vielleicht vor die Wahl stellt. Das erste Mal wurde »Kill Me Or Change« am Queens Museum in New York aufgeführt. Seither ist es noch an vielen anderen Orten aufgeführt worden, zuletzt bei einer größeren Show am MoCA in Taipeh.

2. Sie nutzen um die 30.000 gebrauchte Aluminiumdosen für Ihre Aktionen. Was hat es mit dieser Zahl auf sich?
Durchschnittlich verbraucht jeder Mensch um die 30.000 Aludosen im Laufe seines Lebens. Was ich also mache, ist all diese individuellen Konsumakte in einem einzigen Moment zusammenzufassen.

3. Wie fühlt es sich an, unter dieser Menge an Dosen »begraben« zu werden?
Das erste Mal war ich sehr aufgeregt und habe mich gefragt, wie es mir gelingen soll, aus dem Haufen an Dosen rauszukommen – ich musste förmlich daraus schwimmen, was sehr schwer war. Jetzt habe ich aber zunehmend mehr Praxis.

1. Mr. Yang, what’s the idea behind »Kill me or change«?
»Kill Me Or Change« is a response to modern consumerism and the damages it has caused. The performance involves dumping 30,000 cans from a net, suspended from a crane, onto my head. It’s only the modern world, the world that we live in, that creates waste. I want the public to think about this; I want my art to be a question that hangs in air, perhaps in a dangerous way. Of course, »Kill Me Or Change,« is deliberately bizarre. I think the work is humorous, funny, albeit in a dark way. I want this, and other performances of mine to be interactive so as to engender a response. Not just something people think about, but what they might choose to act on. The first performance of »Kill Me Or Change« was at Queens Museum, in New York. It has been performed at other locations since. Mostly recently, for a major show currently exhibiting at MoCA, Taipei.

2. You use around 30.000 used aluminium cans for any single performance. Is there any reason for this number?
Yes. The average person consume 30,000 aluminum cans in his or her lifetime. So what I’m doing is consolidating all these individual acts of consumption into an instantaneous moment.

3. How does it feel to be »burried« beneath this amount of cans?
The first time I was a little nervous, thinking about whether I was going to be able to get out from under them. I almost had to swim out of the cans. It was difficult. I’ve gotten more used to it since.

4. Was passiert dann anschließend mit den Resten Ihrer Aktion?
All die Dosen werden entweder für meine Kunstaktionen oder in einem Recyclingcenter recycelt. Nichtsdestotrotz versuche ich letzteres zu vermeiden, da ich nicht darauf vertraue, dass dort eingelöst, was versprochen wurde. Zukünftig werde ich übrig bleibende Dosen an NGOs spenden.

5. Zum Schluss, Herr Yang. Wie sind die Reaktionen Ihres Publikums auf Ihre Kunstperformances?
Ich gestalte ja keine echten Kunstobjekte – meine Kunst verändert sich fortwährend und ist immer unterwegs. Meine Performances sind in zahlreichen Kunstzeitschriften, aber auch in weniger spezialisierten Medien, besprochen worden. Das mag ich, weil meine Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes populär ist, also Menschen wie dich und mich anspricht. Die meisten Menschen, die mit ihr in Berührung kommen, erfreuen sich daran – und da Interaktivität essentiell für meine Kunst ist, genieße ich das. Letztlich möchte ich, dass so viele Menschen wie möglich daran teilhaben, denn die Möglichkeit zur Interaktion entscheidet über Misserfolg oder Erfolg der einzelnen Performance.

Vielen Dank, Herr Yang.

4. What happens then with the remains of your action?
All the cans get recycled: either for my art, or at a recycling center. I try to avoid going to recycling centers, however; because I don’t think they deliver on what they promise. In the future, I might donate remnant cans to some non-governmental organization.

5. Finally, Mr. Yang: What’s the public perception of your work?
I don’t make objects really, so my work is constantly changing, underway. My performances have been written about in art publications as well as in less specialized journalistic media (in print, as well as on TV, etc). I like that because I think my work is very populist: it’s directed to, quite literally, the average person on the street. I believe that most people who interact with my work seem to enjoy it. And as interactivity is essential to my art, I enjoy their enjoyment! Ultimately, I want my work to involve as many people as possible. It’s the quality of their interaction that determines the success of failure of a particular performance. 

Thank you, Mr. Yang

©Fotos: Mit freundlicher Genehmigung Chin Chi Yang | ©Photos: Courtesy of Chin Chi Yang

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