Upcycling mit ausgedienten Kletterseilen:
»Erst klettern – dann up-seilen.«

Erst klettern –
dann up-seilen. 

Wer mit Klettersport-Begeisterten wie Julia Wibbing über ihre Leidenschaft die Bergwand aus eigener Kraft zu bezwingen spricht, entdeckt ein oftmals abgründiges Leuchten in ihren Augen. Nur erahnen lässt sich die Faszination und Hingabe, aber auch der Respekt vor den schroffen Felslandschaften und vor der Natur schlechthin. Ein Respekt, der sich sinnbildlich übrigens darin widerspiegelt, dass Alpinisten ihre Kletterseile auch liebevoll als „Nabelschnur“ bezeichnen, an der Ihr Leben wortwörtlich hängt – und die Julia ebenso respektvoll weiterverwertet.
GrandeGrotta-kalymnos
Nicht ohne meine Nabelschnur: Abseilen auf Kalymnos, Griechenland 

Dass auf dem Weg zum Gipfel jede Eventualität durchdacht sein will, bestätigt die passionierte Klettersportlerin, die aus Ihrem Sport auch eine zusätzliche berufliche Leidenschaft geschaffen und das Upcycling-Label Felsliebe in Köln gegründet hat. „Jede noch so kleine Unsicherheit; der minimalste Fehler – an die Folgen ist nicht zu denken!“, sagt sie uns – wohlgemerkt mit Blick auf den Klettersport und nicht auf die Selbständigkeit. Ausgemusterte Kletterseile (die zum Teil von Klettersport-Legenden wie Stefan Glowacz stammen) sind daher auch folgerichtig der primäre Grundstoff für die Schlüssel- und Armbänder, die Julia in ihrem Atelier fertigt. Aber auch Bouldermattenplanen, Fallschirme, Karabiner, Zelte und Rucksäcke, die nach einem jahrelangen Außeneinsatz ausgedient haben, werden zu Taschen und anderen Accessoires weiterverarbeitet.

„Bevor ich die Seile verarbeite, haben sie lange Zeit Menschen beim Bergsteigen gesichert“, erklärt Wibbing. „Sie sind mit dem Bergsteiger auf Reisen gegangen und haben ihn in sehr emotionalen Momenten begleitet. Maßgeblich verkörpern sie daher auch die Kraft, den Spirit und die Ausdauer, mit denen der Kletterer sich Meter für Meter in die Höhe zieht“. Doch auch Nachhaltigkeit ist der Grafikdesignerin wichtig: „Die Idee hinter Felsliebe ist der Wunsch, Dinge zu kreieren, die Substanz haben, die nachhaltig sind und die die großen Emotionen aus den Bergen in das Tal tragen – und die eben aus all den Dingen gemacht sind, die der Mensch in den Bergen braucht, um spannende Geschichten zu erzählen.“ Mit eben diesem ganz speziellen Leuchten in den Augen.

ME für magazin-restkultur.de | © Magazin für Restkultur 2014

© Fotos mit freundlicher Genehmigung Julia Wibbing

felsliebe.de

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