Dschungelcamp: »Lupenreiner TV-Trash«

Trash-TV (Foto: Jan Ramroth )
Heute läuft die nunmehr 10. Staffel von »Ich bin ein Star – holt mich hier raus« (RTL) an. Prominenz aus der Trash-Welt (Spiegel) setzt sich dabei in einem australischen Dschungelcamp diversen »Mut«- und Ekelproben aus. Ist es nur die schwindende mediale Aufmerksamkeit einerseits und die Aussicht auf einen erquicklichen Gewinn andererseits, die die 12 Kandidaten zur Teilnahme drängt? Erklären Sensationslust, Gehässigkeit oder einfach nur Langweile, warum durchschnittlich sechs Millionen (!) Zuschauer dieser Jubiläumsstaffel zwei Wochen lang beiwohnen werden? Wir lassen einige ausgewählte Stimmen unterschiedlichster Medien für sich sprechen, die das Phänomen der scheinbar ungebrochenen Anziehungskraft von Trash-TV-Formaten (vielleicht) ausleuchten helfen. An Quellen fehlte es uns dabei kaum: nahezu alle Onlinemedien berichten darüber oder kommen sogar auf speziellen Schwerpunktseiten darauf zu sprechen. Uns zumindest lässt die Faszination, die die Sendung auf viele Menschen zu haben scheint, eher ratlos zurück …
LUPENREINER TRASH
[…] »Das Dschungelcamp gibt gar nichts anderes vor als lupenreiner TV-Trash zu sein. Das macht die Qualität und die Ehrlichkeit dieser Show aus.« […] Stern
BODENSATZ DER PROMINENZ
[…] »Der festgebackene Bodensatz der Prominenz feiert auf RTL (RTL!!!) eine 16-tägige Orgie des Banalen, und lässt sich dabei beobachten.« […] Süddeutsche Zeitung
OBSESSIVE FERNBEZIEHUNG
[…] »Suchtartig, als wäre das gesamte Land eine obsessive Fernbeziehung eingegangen, findet unter der Chiffre ›Dschungelcamp‹ allabendlich eine Art kollektives Skype-Date zwischen dem Fernsehsofa und Australien statt, um einer mittlerweile tief ins Herz geschlossenen Gruppe aussortierter Medienwracks beim Degenerieren unter Palmen zuzusehen. […] Bloß: warum eigentlich?« […] Zeit online 
KAMPF UM DIE KRONE
[…] »Für zwölf prominente Kandidaten beginnt damit der Kampf um die heiß begehrte Dschungelkrone und die Zuschauer können wieder live dabei sein, wenn die Stars sich bei ›Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!‹ aufsehenerregenden Dschungelprüfungen stellen.« […] RTL
WIRKLICH GEIL
»Wie cool ist das denn! Scheinbar gibt es von der ersten Folge so viele gute Szenen, dass sich RTL dazu entschieden hat, die erste Dschungel-Folge bis 0:20 Uhr zu verlängern. Dafür wird sogar das RTL Nachtjournal verschoben. Wenn das nicht ein gutes Omen ist… diese Staffel sollte also wirklich GEIL werden!«
Bravo 
SPRÜCHE, TRATSCH, NACKTE HAUT
[…] »Viel geistiger Tiefsinn ist mal wieder nicht zu erwarten, dafür aber hoffentlich viel Sprüche, Tratsch und Eifersüchteleien. Und natürlich nackte Haut.« […] Stuttgarter Zeitung
SIE WOLLEN GEMOCHT WERDEN
[…] »Wir waren damals auch mit dieser Welt nicht einverstanden und haben versucht, eine neue Art des Zusammenlebens zu erschaffen. Auf einem anderen und einfacheren Niveau ist das im Dschungelcamp genauso. Das sind Leute, die alle aus dem Showgeschäft rausgefallen sind und nun versuchen, durch das Dschungelcamp und die Kommune-Erfahrung dahin zu gelangen, dass man sie wieder mag. Die Leute wollten sich neu erfinden, um ein neues, anderes Leben zu finden, das sie wieder ins Fernsehen führen würde.« […] Rainer Langhans (ehemaliger Teilnehmer) im Tagesspiegel
SEIEN WIR EHRLICH
[…] »Die Kandidaten sollen im Camp vor laufenden Kameras den ersten Kontakt zueinander aufbauen. So hofft man natürlich auf mehr Lästereien, Streits und Gefühlsausbrüche am Lagerfeuer, die auch die Zuschauer bei Laune halten. Denn seien wir mal ehrlich, genau sowas wollen wir doch sehen. […] Gala 
DRINGEND EIN COMEBACK
[…] »Anfang 2015 zog Freiwald ins RTL-Dschungel-Camp (›Ich bin ein Star, holt mich hier raus!‹), er brauchte dringend ein Comeback.« […] Südwestpresse über den Teilnehmer Walter Freiwald
EIER IN DER BUXE
[…] »Unsere Prognose für die zehnte Staffel von ›Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!‹: Thorsten Legat kann sich zum absoluten Sympathieträger entwickeln – wenn er sich einigermaßen im Griff hat. Mit coolen Sprüchen und genügend ›Eiern in der Buxe‹ für die Dschungelprüfungen könnte er das Dschungelcamp 2016 sogar gewinnen.« […] Münchner Merkur
GESCHAFFEN FÜR DAS PARADIES
[…] »›Ich mache das nicht wegen des Geldes. Ich habe schließlich 15 Jahre als Profi Fußball gespielt‹, sagte er im Interview der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Der 47-Jährige sieht sich vielmehr wie geschaffen für das Paradies, in dem die Teilnehmer ihr Innerstes nach außen kehren, Kakerlaken ertragen oder Känguru-Hoden essen müssen.« […] Frankfurter Rundschau
THEMATISCH EIN MUSS
»Dass wir ›Ich bin ein Star – hol mich hier raus aufgreifen‹, hat weniger damit zu tun, dass wir direkt oder indirekt Werbung für dieses Format machen wollen. Es ist vor dem Hintergrund unseres redaktionellen Konzepts ja thematisch ein Muss!« Magazin für Restkultur
FREUNDLICHE ABENDUNTERHALTUNG
[…] Waren die Schreie vor zwölf Jahren noch laut – vor allem wegen der Ekelprüfungen wie servierten Känguruhoden und Bädern in wuselnden Kakerlaken oder Aalschleim, sind die meisten Kritiker inzwischen verstummt. Das Format hat sich als couch-potato-freundliche Abendunterhaltung etabliert. […] Ruhrnachrichten
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Der Rest – in anderen Medien

24.10.18

»Was bringt ein Plastikverbot?«

Die FAZ zu dem geplanten Verbot diverser Plastikartikel in der EU.

24.10.18

»Mikroplastik im Darm nachgewiesen«

»Plastik in Gewässern und Böden wird zunehmend zum Problem. Forscher haben winzige Plastikpartikel nun auch in menschlichen Stuhlproben gefunden […]«

01.10.18

»Der Schatz für morgen«: Reste

Schwerpunktausgabe des Wirtschaftsmagazin »brand eins« rund um: Reste.

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