Bis zum letzten Krümel: Kochen mit Brotresten

Über die Rezeptesammlung »Deichgrafen-Schmarrn und Dithmarscher Deern« (2015)

Von der Vorspeise über den Hauptgang bis zum Nachtisch: Brot und Brotreste als Zutat
Selbst im Brotkasten oder -beutel sorgsam mit Lebensmitteln umgehender Menschen findet sich mitunter das eine oder andere vertrocknete Brotstück und gelegentlich auch mal harte Brötchen. Das sollte aber niemanden ins Unglück stürzen – genauso wenig aber das Brot in die Tonne oder den Ententeich (wovon ohnehin abzuraten ist) wandern lassen. Abhilfe schafft eine kleine, liebevoll zusammengestellte Rezeptsammlung der Bäcker- und Konditor-Geschwister Riemann aus dem norddeutschen Marne, auf die uns diese aufmerksam gemacht haben.

Zwar sieht nicht jede der knapp 60 Koch- und Backanleitungen, die in dem Rezeptheft »Deichgrafen-Schmarrn und Dithmarscher Deern« zu finden sind, den Einsatz von Brot- und Backwaren vom Vortag vor. Doch den Herausgebern des knapp 100-seitigen Werkes nimmt man ab, dass ihnen die Vermeidung der Verschwendung von Brot (und Lebensmitteln schlechthin) ein wichtiges Anliegen ist, wie sie in ihrem Vorwort beteuern. Im Idealfall ist es den »Kalle Bäckern« zwar mit Sicherheit am liebsten, wenn für die Rezeptumsetzung die rund um die Standorte in Marne und Umgebung erhältlichen Brotsorten zum Einsatz kommen. Mittel- oder Süddeutschen Lesern dieses Beitrages fiele es allerdings nur bedingt ein, das entsprechende Brot im Backstuben-Onlineshop (gibt es wirklich) zu erwerben. Dafür müssen schon lokal ansässige Bäckereien herhalten, deren Brot ja nicht minder schmackhaft sein sollte. Mit diesem – und der entsprechenden Rezeptvorlage – kann sich der geneigte Lebensmittelretter dann schließlich an die Koch- oder Backarbeit machen. Zur Vorspeise empfiehlt sich beispielsweise ein Käse-Birnen-Brotsalat (der findige Verwerter sieht hier entsprechende Obst- und Käsereste vor). Weiter geht es – warum nicht – mit einer Tomaten-Brotsuppe oder einer Kuchensuppe, die mal mit Brot- oder Keksresten zubereitet werden kann. Ein Bohnenbrot bildet dann unter Umständen den Hauptgang und karamelisierte Brotkanten (beides mit Brot-Überbleibseln) den schmackhaften Nachtisch. Orientierung bei der Menüzusammenstellung bietet die Aufteilung des Ringheftes in entsprechende Kapitel. Zahlreiche Tipps, Fotografien und Informationskästen vereinfachen die Zubereitung, während farbige Icons auf einen Blick erkennen lassen, ob die Rezepte auch Anklang bei Veganern oder Menschen mit Laktoseunverträglichkeit finden werden. Vervollständig wird das zum Selbstkostenpreis von 9,50 Euro erhältliche Werk durch Verwertungs- und Aufbewahrungstipps sowie durch ein ausführliches Stichwortverzeichnis.

»Deichgrafen-Schmarrn und Dithmarscher Deern« zeigt nicht nur, dass sich gut erhalte Brotreste in schmackhafte Speisen verwandeln lassen, sondern dass es auch gerade diese vermeintlichen Überbleibsel sind, die bestimmten Gerichten sogar einen besonderen Geschmack verleihen. Mut macht der Vorstoß des Familienunternehmens aber auch in anderer Hinsicht: Unternehmen erkennen zunehmend ihre Verantwortung in puncto Lebensmittelverschwendung – und setzen, wie in diesem Fall, konstruktive und kreative Zeichen dagegen.

 

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»Deichgrafen-Schmarrn und Dithmarscher Deern«
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Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis

 

Weitere Informationen und Bestellseite:  kallebaecker.de

©Abbildungen: Kalle Bäcker

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2 Kommentare

    • Einen Sprachkurs behalten wir uns zwar gerne vor, sehen den Bedarf für eine solche Maßnahme derweil aber noch nicht gegeben. Wir räumen allerdings jedwede Art von Fehler selbstredend gerne ein, bedanken uns höflich für Ihren Hinweis – und merzen den Fehler umgehend aus. Diesen führen wir aber weniger auf mangelnde Sprach- und Schreibkompetenz, sondern vielmehr auf jenen unangenehmen und ziemlich ärgerlichen »Fehlerteufel« zurück, der sich gelegentlich in unsere Arbeit einschleicht. Es beeindrucken uns mit Nachdruck aber stets jene, denen diese infernalischen Missgeschicke nicht ereilen!

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